Historie

Der Roll- und Schlittschuh-Club Wiesbaden e.V. (kurz auch „RSC Wiesbaden“) wurde am 01. November 1955 offiziell von 17 rollsportinteressierten Mitgliedern gegründet. In den Monaten vor der Gründung hatte sich eine kleine Gruppe zusammengetan und Trainingsmöglichkeiten in der Turnhalle der Hebbelschule gefunden. Angeregt durch einen Artikel im Wiesbadener Kurier im August 1955 fanden sich dann weitere Rollsportler ein, so dass es zur Vereinsgründung unter der Leitung von Herrn Ferdinand Robl kommen konnte. Von den Gründungsmitgliedern ist bis heute noch Frau Helga Höhn Mitglied des Vereins, die damit inzwischen auf eine über 60-jährige Mitgliedschaft zurückblicken kann.


In den ersten Jahren ist der Club sehr schnell auf 80 Mitglieder angewachsen, weshalb die Turnhalle den Sportlern nicht mehr ausreichte. Die Stadtverwaltung Wiesbaden erkannte diesen Notstand und begann daraufhin mit dem Bau der heute immer noch existierenden Rollsportbahn am Konrad Adenauer-Ring, die 1964 eröffnet wurde. Mit viel Tatendrang errichteten nur kurz darauf die Mitglieder des RSC Wiesbaden ein dazugehöriges Umkleide- und Clubhaus, welches noch heute an der Rollsportbahn zu finden ist.


Wenige Jahre nachdem das berühmte Eiskunstlaufpaar Kilius/Bäumler seine Glanzzeit erlebte, ermöglichte der Bau der Henkell-Kunsteisbahn im Jahre 1972 dem RSC Wiesbaden, seinen Mitgliedern mit dem Eiskunstlaufen ein ganzjähriges sportliches Programm anzubieten. Damit die eislaufbegeisterten Mitglieder des RSC trainieren konnten, improvisierte man bis zum Bau bzw. der Fertigstellung der Henkell-Kunsteisbahn und suchte nach alternativen Trainingsstätten: So bauten sich die Mitglieder beispielsweise aus Brettern eine Bande auf die Rollsportbahn und fluteten sie mit Wasser, das sie zu Eis frieren ließen. Bis zum Bau der Rollsportbahn nutzte man auch oftmals den Weiher hinter dem Kurpark zum Trainieren. Der damalige Wächter des Kurparks öffnete hierfür das ein oder andere Mal extra noch einmal (heimlich) in den späten Abendstunden die Pforte zum Kurpark, damit die Wiesbadener Eisläufer ihrem Hobby nachgehen konnten.


In den folgenden Jahren blieben durch die verbesserten Trainingsmöglichkeiten auf einer Rollsportbahn und einer Eisbahn auch die sportlichen Erfolge sowohl auf regionaler, als auch auf überregionaler Art nicht aus. Darüber hinaus erweiterte der RSC Wiesbaden sein Angebot ständig, nicht nur in sportlicher Hinsicht.


Zeitungssartikel

1978-Kinderfest-auf-der-Rollschuhbahn.pdf

1978-Petra Kindler-Rollkunstlauf.pdf

1979-Gruendung-Skateboard-Abteilung.pdf

1979-Petra-Kindler-Deutsche-Meisterschaften-Rollkunstlauf.pdf

1979-Schaulaufen-mit-Thomas-Nieder.pdf

1979-Schaulaufen-Rollkunstlauf.pdf

1980-RSC-25-Jahre-Jubilaeum.pdf


Zusätzlich zu seinem sportlichen Angebot bot und bietet der RSC Wiesbaden über den Roll- und Eissport seinen Mitgliedern schon seit vielen Jahren vereinsübergreifenden Aktivitäten an. Unter Leitung der damaligen 1.Vorsitzenden, Frau Antoine Daur studierte die „Jugend“ des Vereins beispielsweise bereits seit den frühen 70er Jahren gemeinsam eine großartige Märchenaufführung ein. Diese Märchenaufführungen erfreuten sich auch über den eigentlichen Mitgliederkreis des RSC Wiesbaden hinaus großer Beliebtheit und wurden daher nicht nur auf der eigenen, jährlich stattfindenden Weihnachtsfeier des Vereins, sondern auch in Altenheimen und Sozialeinrichtungen der Stadt jeweils im Winter aufgeführt. Darüber hinaus wurde immer wieder ein individuelles Freizeitprogramm angeboten, zum Beispiel in Form von betreuten Ausflugsfahrten oder Freizeiten. Besonders beliebt und nach wie vor Teil des Programms des RSC Wiesbaden sind der Besuch des Nikolauses auf dem Eis, die Karnevalsparty sowie das ein- oder andere Sommerfest. Natürlich gibt es auch jedes Jahr eine Mitgliederversammlung und den damit verbundenen Bericht des Vorstands.

Das in den 70er und 80er Jahren jährlich stattfindende Rollkunstschaulaufen war ebenfalls eine besondere und traditionelle Attraktion des Verein , an dem nicht nur aktive Vereinsmitglieder, sondern auch Jahr für Jahr zahlreiche national wie international bekannte Rollkunstläuferinnen und Rollkunstläufer mitwirkten und dem Wiesbadener Publikum jeweils im September ihr Können zeigten. Unter den Mitwirkenden waren Weltmeister im Rollkunstlaufen wie Michael Obrecht und Thomas Nieder oder die Europameister im Paarlauf Ute Braus und Klaus Richter.


Großer Beliebtheit erfreute sich auch viele Jahre die „NASPA-Rollparty“, die der Verein erstmalig im Sommer 1981 gemeinsam mit der NASPA organisierte. Hierzu eingeladen waren stets alle rollschuhlaufenden und Skateboard fahrenden Kinder und Jugendlichen im Alter von 8 bis 18 Jahren. Die rund 400 Kinder und Jugendliche trafen sich für diese Party jährlich am Luisenplatz und rollten gemeinsam mit einer Band vom Luisenplatz bis zur Rollsportbahn am Konrad-Adenauer-Ring, wo dann eine Party mit Schaulaufen, Wettbewerben, Preisspielen, einer Tombola und Disco-Treiben auf Rollen gefeiert wurde.


Als Pendant zum Sommer veranstaltete der Verein bereits in den 80er Jahren im zweijährigen Rhythmus jeweils im Februar ein großes Eiskunstschaulaufen. Neben den eigenen Vereinsmitgliedern wirkten national wie international bekannte Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer mit. Ein Highlight war mehrere Jahre die Teilnahme von Joachim Edel, mehrfacher deutscher Meister im Eiskunstlaufen, der bei einer Körpergröße von nur 1, 65 m Sprünge bis zur Bandenhöhe vollbrachte.


Auch gab es Ende der 80er Jahre bereits Skateboarden erstmalig als Vereinssport. Mit dem Bau einer Skateboard-„Halfpipe“ neben der Henkell-Kunstbahn an der Hollerbornstraße konnte der Verein seinen Skateboard-Mitgliedern sogar die Möglichkeit geben, die auf Wettkampfebene erforderlichen Disziplinen wie Hochsprung, Weitsprung, Slalom und Freestyle intensiv zu trainieren. Zum Zeitpunkt der Eröffnung war die Halfpipe des Vereins die größte Halfpipe in der Bundesrepublik Deutschland; durch die Umwidmung des Geländes direkt neben der Henkell Kunsteisbahn in ein Wohngebiet musste die Halfpipe abgerissen werden, was auch dazu führte, dass es bis Ende 2014 in diesem Bereich keine weiteren Aktivitäten gab.


Während das Rollkunstschaulaufen das letzte Mal in den 90er Jahren angeboten wurde, ist das Schaulaufen im Eiskunstlaufen bis heute und inzwischen sogar jährlich jeweils am Ende der Eislaufsaison eine Attraktion, die sich insbesondere bei den kleinen Mitgliedern großer Beliebtheit erfreut. Im Jahre 1998 feierte der Verein sein 25-jähriges Jubiläum mit einem besonders großen Schaulaufen auf der Eisbahn in Wiesbaden. Erstmalig kam es zu einer Kooperation zwischen dem EVW, dem Wiesbadener Eishockeyverein und den Eiskunstläufern, denn aus beiden Sportarten wurden spektakuläre Acts vorgetragen. Ausschnitte aus Funny Girl, Cats, West Side Story und vieles mehr begeisterten die Zuschauer der rund 70 aktiven, aufführenden Sportler.


Ebenfalls ab dem Jahr 1998 nahmen bis zu 19 Aktive des RSC Wiesbaden regelmäßig als Statisten beim ZDF Wintergarten teil und trugen sogar mit kleinen Showeinlagen zum Programm bei.


Auch im Bereich des Inlineskatens war der Verein einer der ersten, der den Trend aufnahm. Mit den ersten sogenannten „Skate Nights“, die seit Mitte der 90er in vielen Stätten stattfanden, entwickelte der RSC Wiesbaden seine Trainingskonzepte für verschiedene Zielgruppen. Seit 1998 bis heute sind den zahlreichen Teilnehmern Tipps und Tricks auf Inlineskates, wie Stoppen, Übersetzen und Rückwärtsfahren sowie das gekonnte Fallen, gezeigt worden. Neben den in der Zeit von Mai bis September stattfindenden Crash- oder Wochenkursen werden bei gutem Wetter wöchentliche Ausfahrten und organisierte Inline(event)touren angeboten. Darüber hinaus bietet der Verein seinen Mitgliedern in der Sommersaison einmal wöchentlich ein Inline-Training an.


Weitere Sportkategorien, die der RSC Wiesbaden phasenweise in den vergangenen Jahren bisher anbot, waren Eisstockschießen, Eistanz, sowie Rolltanz.


Seit 2010 fördert der Verein mit einer Inliner-Woche das Sommerferienprogramm der Landeshauptstadt Wiesbaden und bietet seit 2011 die Abnahme des Skate-Abzeichens, ein offizielles Abzeichen des Deutschen Rollsport und Inline-Verbands e. V. (DRIV), dem Dachverband aller deutschen Roll- und Inlineskatingsportler, an.


In der Sommersaison 2015 hat der RSC Wiesbaden mit dem Wiederaufbau der Skateboard-Abteilung begonnen. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem regelmäßigen Training der Skatefahrzeuge wie beispielsweise das Longboard oder auch das klassische Skateboard.


Im Eiskunstlauf kann der Verein eine erfreuliche Steigerung der Anzahl an Aktiven verzeichnen, die an einem oder mehreren Wettbewerben, auch außerhalb von Hessen, teilnehmen. Zum Beispiel gab es in der Wintersaison 2014 / 2015 insbesondere bei den Hessischen Meisterschaften sehr gute Erfolge. Dies betrifft sowohl den Kinder-, wie auch den Erwachsenenbereich.


Seit einiger Zeit gibt es verstärkt Zusatzangebote wie z.B. Trockentraining, Ballett und Leichtathletik und auch Sommereislauftraining an Orten, an denen Eislaufbahnen auch im Sommer geöffnet haben.


Im Jahr 2015 feiert der RSC Wiesbaden sein 60jähriges Jubiläum und hat dies zum Anlass genommen einen neuen Eislaufwettbewerb für Hessen sowie die angrenzenden Bundesgebiete ins Leben zu rufen. Auch erfolgte 2015 der Relaunch der Homepage, um für Interessierte Neuigkeiten und Informationen leichter zugängig zu machen. Besonders freuen dürfen sich alle Vereinsmitglieder auf eine Anpassung des in die Jahre gekommenen Vereinslogos: Nach nunmehr rund 60 Jahren wird es in neuem Glanz mit der Neugestaltung der Homepage wieder viele alte und neue Kufen-, Roll- und Skateboard-Künstler eng mit dem RSC Wiesbaden verbinden.


Erfolge des Vereins

Was die sportlichen Leistungen des Clubs betrifft, so ist es in den vergangenen 60 Jahren einigen Vereinsmitgliedern gelungen, bei Landesmeisterschaften, Deutsche Meisterschaften sowie Europa-Meisterschaften teilzunehmen und bis zur deutschen Spitzenklasse vorzudringen. Beispielhaft seien hier nur einige Erfolge aufgezählt:

  • Michael Humbs, 3. der Deutschen Meisterschaft im Paarlaufen, 1971
  • Petra Kindler u.a. Hessenmeisterin im Rollkunstlauf 1978
  • Petra Kindler /Uwe Neumann u.a. Hessenmeister im Rolltanz 1982, 1983, 1984
  • Petra Kindler /Uwe Neumann u.a. Sieger im „Interland-Wettbewerb“ in Paris im Rolltanz 1982
  • Constanza Wald, Hessenmeisterin Eiskunstlaufen 1984, 10. Platz bei der Deutschen Meisterschaft in der Meisterklasse 1984
  • Sandra Reichert / Matthias Kummer, Deutsche Meister im Rolltanz 1986
  • Christian Seewald, Europameister Skateboarden und WM-Zehnter 1986 in der Disziplin „Freestyle“